H1N1-Virus hoch infektiös
Anzahl der Schweinegrippe-Infektionen in Deutschland erhöht sich auf acht
Berlin. Am Morgen bestätigte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin zwei neue Infektionen mit der Schweine-Influenza in Brandenburg. Dabei soll es sich um ein Ehepaar handeln, das im selben Flugzeug wie ein erkrankter Mann aus Hamburg aus Mexico heimgeflogen war. Der besagte Mann aus Hamburg war bereits vor einigen Tagen positiv gestestet worden. Damit erhöht sich die Zahl der in Deutschland bestätigten Fälle auf acht.
Zuletzt war, am Abend des 1. Mai der sechste Fall der neuen Influenza in Deutschland bestätigt worden. Von den sechs bislang bestätigten Fällen stammen fünf aus Bayern, einer aus Hamburg und nun zwei weitere aus Brandenburg. Das RKI betont, dass alle bisherigen Fälle eher milde verlaufen sind. Jörg Hacker, der Präsident des Robert Koch-Instituts, betont jedoch angesichts der beiden neuen Fälle in Deutschland, dass keine Entwarnung gegeben werden kaönne und mit weiteren Erkrankungen in Deutschland gerechnet werden müsse. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei das Virus leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Dafür spricht auch der jüngste Fall, bei dem sich Mitreisende im Flugzeug angesteckt haben.
Pandemie-Risiko: Grippeviren verändern ständig ihr Erbgut
Das Niedersächsiche Landesgesundheitsamt (NLGA) hat eine Hotline geschaltet, die Bürgern werktags von 10-12 Uhr unter Tel: 0511/4505/555 Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt. Infos auch online unter: www.nlga.niedersachsen.de
Hinzu kommt laut Hacker, dass Grippeviren ihr Erbgut ständig verändern und deshalb vor allem die internationale Situation im Auge behalten werden müsse, um auch zukünftig auf neue Entwicklungen rasch und angemessen reagieren zu können. Augenscheinlich befürchten die Experten im schlimmsten Fall eine gefährliche Mutation des Influenza-Virus. Gepaart mit der leichten Übertragbarkeit des Erregers und der hohen Mobilität des Menschen könnte dies in einer Art Domino-Effekt eine verheerende Pandemie auslösen.
Robert-Koch-Institut empfiehlt häufiges Händewaschen
Die Risikoeinschätzung für Deutschland ändert sich laut RKi durch die Ausrufung der Phase 5 und die beiden neu aufgetretenen Fälle nicht. Allerdings erhöhe sich durch die weltweit steigende Zahl von Patienten und betroffenen Staaten nach wie vor das Risiko für weitere eingeschleppte Erkrankungen. Das RKI legt die besondere Beachtung von persönliche Hygienemaßnahmen nahe. Insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen, da Influenzaviren vor allem durch Tröpfcheninfektion, also Niesen oder Husten, übertragen werden können. Der Erreger kann über Speicheltröpfchen auf den Händen einfach weiterverbreitet werden. Daher wird häufiges Händewaschen empfohlen, außerdem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, die der Erreger leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen kann. Die Symptome der neuen Grippe sind ähnlich wie bei saisonaler Influenza, vor allem Fieber, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen.
Mehrere Todesfälle in Mexiko
In den USA und vor allem in Mexiko sind inzwischen insgesamt mehrere hundert Menschen an der neuen Influenza erkrankt, die durch das neuartige Influenzavirus A/H1N1 verursacht wurde. Auch in anderen Staaten wurden Fälle bestätigt. In Mexiko gab es eine Reihe von Todesfällen. Bei dem bislang einzigen Todesfall außerhalb Mexikos - in den USA - handelte es sich um einen Patienten aus Mexiko, der sich zu dem Zeitpunkt in den USA befand.
(Redaktion)
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