20.07.2010  22:34 Uhr

Berlin
Gelöbnis am Tag des fehlgeschlagenen Hitler-Attentats

Berlin. Anlässlich des 66. Jahrestages des fehlgeschlagenen Attentats auf Adolf Hitler fand das Feierliche Gelöbnis junger Soldaten vor dem Reichstagsgebäude statt.

Bereits zum dritten Mal in Folge traten Grundwehrdienstleistende des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung zum Feierlichen Gelöbnis vor dem Reichstag in Berlin an. Die Veranstaltung in direkter Nähe zum Deutschen Bundestag würdigt einerseits die Widerstandskämpfer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Darüber hinaus soll diese Nähe nach Bundeswehr-Angaben auch die enge Verbindung zwischen Parlament und Streitkräften zum Ausdruck bringen.

Guttenberg würdigt Widerstand

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg würdigte bei seiner Ansprache den Mut und die Leistungen der Männer und Frauen des 20. Juli 1944. „"Sie haben einst das Höchste gegeben, um das Recht und die Freiheit zu verteidigen. Ihr eigenes Leben."

Nicht nur der eigentliche Akt des Sprengstoffattentates auf Hitler war das Besondere des 20. Juli 1944. Vielmehr war es die Bereitschaft der Offiziere um Stauffenberg, die Zwänge des geleisteten Eides zugunsten des eigenen Gewissens zu überwinden. „"Zu den Mutigen, die dazu bereit waren, gehörte auch Ewald-Heinrich von Kleist“, unterstrich zu Guttenberg in seiner Rede und kündigte damit zugleich den Gastredner des Feierlichen Gelöbnisses an.

Von Kleist, 1922 in Pommern geboren, war am 20. Juli 1944 als junger Leutnant im Bendlerblock in Berlin eingesetzt. Dort gehörte er zu der Gruppe der Widerstandskämpfer um Generaloberst Olbricht und Oberst Graf von Stauffenberg. Nach dem gescheiterten Attentat kam von Kleist bis Dezember 1944 in ein Konzentrationslager. Da man ihm seine Aktivitäten nicht nachweisen konnte, entging er der Anklage.

Von Kleist beschreibt zertrümmertes Deutschland

In seiner Rede berichtete von Kleist über die Situation, die 1944 vor dem Attentat herrschte. Er stellte heraus, dass die Widerstandskämpfer bereit waren, jede Konsequenz zu tragen, denn "sie hatten begriffen, dass es wichtigeres gibt, als das eigene Dasein.“ Er beschrieb die enormen Gefahren, unter denen sie bereit waren zu planen, um „"dieses Regime zu beseitigen.“ Der 88-Jährige betonte: "Es musste gewagt werden."

Auf bewegende Weise schilderte von Kleist den Zustand, in dem sich Deutschland zu dieser Zeit befunden habe und dass nach dem 20. Juli 1944 bis zur bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 mehr Menschen ums Leben gekommen seien, als in den Kriegsjahren zuvor. Ewald-Heinrich von Kleist dankte abschließend für "eine Epoche von 65 Jahren in Frieden.“


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Andrea Bienert / BMVg

 


 

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