01.10.2009  21:00 Uhr

Bericht des Weser-Kuriers
Bremer Anwalt will Klage gegen Bundeswehr einreichen

Bremen. Das NATO-Bombardement auf einen von den Taliban entführten Tanklaster in Afghanistan wird wahrscheinlich ein juristisches Nachspiel haben. Der Bremer Anwalt Karim Popal bereitet Sammelklagen auf Schadenersatz gegen das Bundesverteidigungsministerium vor, berichtet die in Bremen erscheinende Tageszeitung "Weser-Kurier".

Der Jurist begründet die Forderung mit fehlerhaftem Handeln der Bundeswehr. Telefonisch sei er aus Kundus gebeten worden, die juristische Vertretung der Angehörigen zu übernehmen, sagte Popal, der die deutsche und afghanische Staatsbürgerschaft besitzt. In den nächsten Tagen werde er nach Kundus fliegen, um die Fakten zu klären.

Entführte Tanklaster bombardiert

Am Morgen des 4.September hatte die Bundeswehr Luftunterstützung der NATO im Kampf gegen die Taliban angefordert, die bei Kundus zwei Tanklaster entführt hatten. Bei dem Luftschlag kamen Dutzende von Menschen um, darunter wahrscheinlich auch viele Zivilisten. Der Bremer Jurist geht von mehr als 80 zivilen Opfern aus.


 

(Redaktion)

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