06.05.2011  09:49 Uhr

168.000 Versicherte betroffen
Bundesversicherungsamt schließt City BKK

Bonn/Hamburg. Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat entschieden, die City BKK zum 1. Juli 2011 zu schließen. Die Versicherten müssen sich nun eine neue Kasse suchen. Bereits seit einiger Zeit steckte die Betriebskrankenkasse in finanziellen Schwierigkeiten.

„Diese für die zum größten Teil langjährigen Versicherten und Mitarbeiter der Krankenkasse bedauerliche Entscheidung war unvermeidlich, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Krankenkasse nicht mehr auf Dauer gesichert ist. Ein von der City BKK vorgelegtes Sanierungskonzept hat wegen der außerordentlich hohen Mitgliederabgänge im ersten Quartal 2011 leider nicht den erhofften Erfolg gebracht“, erklärte der Präsident des BVA Maximilian Gaßner.

Gleichzeitig wies Gaßner darauf hin, dass die finanziellen Probleme der City BKK nicht auf den Gesundheitsfonds zurückzuführen seien. „Vielmehr war die Krankenkasse bedingt durch einen großen Anteil Versicherter mit weit überdurchschnittlichen Leistungsausgaben bereits vor Einführung des Gesundheitsfonds in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und  auf finanzielle Unterstützung der anderen Betriebskrankenkassen angewiesen.“ Kurz vor Bekanntwerden bemühte sich die Krankenkasse mit einer insbesondere auf junge Menschen ausgerichteten Kampagne um eine bessere Zusammensetzung seiner Versicherten. Der im Nachhinein makabere Motto der City BKK-Kampagne: "Kranke Kasse".

Forderungen von Ärzten und Apotheken gesichert

„Die Mitglieder der City BKK müssen sich wegen der Schließung keine Sorgen machen“, so BVA-Chef Gaßner weiter. „Ihr Versicherungsschutz bleibt lückenlos bestehen. Sie haben ausreichend Zeit, in eine andere gesetzliche Krankenkasse ihrer Wahl zu wechseln, die sie unabhängig von Alter oder Krankheit aufnehmen muss.“ Die etwa 168.000 Versicherten der Kasse haben nun bis zum 14. Juli Zeit, sich eine neue Krankenkasse zu suchen.

Auch die Forderungen der Leistungserbringer wie beispielsweise Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken sind nach BVA-Angaben gesichert. Nach der Schließung einer Krankenkasse tritt diese in ein Abwicklungsstadium ein, d.h. gegenüber allen Gläubigern besteht sie so lange fort, bis eine vollständige Abwicklung erfolgt ist. Sowohl der BKK Bundesverband als auch der zuständige Landesverband werden demnach den Prozess der Abwicklung begleiten und unterstützen. Das BVA wird dabei die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben streng überwachen. Mit der City BKK schließt die erste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. 

Wird geschlossen: Hamburger Krankenkasse City BBK, Copyright: CityBKK
Wird geschlossen: Hamburger Krankenkasse City BBK

Online-Datenbank

Nach Angaben der Stiftung Warentest hilft eine Online-Datenbank betroffenen Versicherten bei der Suche nach der richtigen Gesetzlichen Krankenkasse. Sie bietet einen Leistungs- und Servicevergleich von derzeit 94 Kassen. Mit der Datenbank lassen sich Krankenkassen nach verschiedensten Kriterien filtern.

Den Produktfinder der Stiftung Warentest, sowie Tipps zum Kassenwechsel und weitere Informationen für City-BKK-Versicherte gibt es hier


 

(Redaktion)

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Bild Nr. 1 © Yamac / business-on.de
Bild Nr. 2 © CityBKK



 


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