30.01.2012  22:36 Uhr

Börse
Schlechte Nachrichten treiben Dax ins Minus

Frankfurt/Main . Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag leichter aus dem Handel gegangen. Ein Mangel an guten Nachrichten und die anhaltende Hängepartie bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands sorgten für Gewinnmitnahmen im gesamten Markt. Zudem halbierte Frankreichs Regierung ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2012 und in Spanien rutschte die Wirtschaft im vierten Quartal ins Minus. "Alles gute Gründe für Gewinnmitnahmen nach der letzten Rally", sagte ein Händler.

Der Dax verlor so ein Prozent auf 6.444 Punkte. Der MDax büßte zugleich 1,7 Prozent auf 9.773 Zähler ein und der TecDax gab ein Prozent auf 738 Punkte nach. 

An der Wall Street fiel das Minus weniger stark aus. Der Dow-Jones-Index verlor bis 22:01 Uhr (MEZ) kaum und pendelte sich auf 12.654 Punkte ein. Der Nasdaq-Composite gab dagegen 0,16 Prozentpunkte ab und steht weiter stabil bei 2.812 Zählern.

Der Euro pendelte am Abend um 1,3125 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Referenzkurs im Tagesverlauf bei 1,3110 Dollar und damit 0,3 Prozent niedriger als am Freitag festgelegt hatte.

Die auf den ersten Blick ordentliche Auktion italienischer Staatsanleihen vom Vormittag hellte die Stimmung etwas auf. Das unter seiner Schuldenlast ächzende Land konnte mit 7,5 Milliarden Euro nahezu das gesamte angestrebte Volumen von 8 Milliarden Euro unter die Anleger bringen.

Im Fokus steht nun der EU-Gipfel. Am Abend wird eine Pressekonferenz in Brüssel erwartet. Zu welchen Themen sich der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs äußern wird, ist nicht in vollem Umfang bekannt. "Resultat wird vor allem ein vorgezogener ESM und der neue 'Fiscal Compact' sein, der wiedergutmachen soll, was der Stabilitätspakt nicht vermochte", sagte Carolin Hecht, Analystin bei der Commerzbank. Entscheidungen über das zweite Hilfspaket für Griechenland stehen nach offizieller Lesart nicht auf der Agenda.

Kräftige Gewinnmitnahmen trafen mit dieser Gemengelage besonders Banken und Versicherer. Commerzbank gaben um vier Prozent auf 1,80 Euro nach, für Deutsche Bank ging es um 3,8 Prozent auf 32,25 Euro nach unten. Allianz verbilligten sich um 2,6 Prozent auf 83,36 Euro.

Viel Bewegung gab es auch bei den Stahlwerten. Für schlechte Stimmung sorgte KlöCo-Chef Gisbert Rühl: Die Nachfrage in Europa werde in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent sinken, sagte der Manager in einem Interview. "Das steht in Diskrepanz zu dem, was der europäische Stahlverband Eurofer zuletzt prognostiziert hat", kommentierte WestLB-Analyst Ralf Dörper. Rühls Prognosen träfen auf einen Markt, der angesichts der zu Jahresbeginn erzielten Preiserhöhungen und gestiegener Volumina wieder Hoffnung geschöpft habe. KlöCo brachen um 7,3 Prozent auf 10,85 Euro ein, im Kielwasser fielen Salzgitter um 5,1 Prozent auf 45,47 Euro und ThyssenKrupp gaben um 3,6 Prozent auf 21,11 Euro nach.

ThyssenKrupp erholten sich im späten Handel allerdings kräftig von noch tieferen Kursen, nachdem die "Welt" über den bevorstehenden Verkauf der Edelstahlsparte an Outokumpu berichtet hatte. Die Finnen wollten mit 2,7 Milliarden Euro einen hohen Preis zahlen, Thyssen sich im Gegenzug mit bis zu 30 Prozent an ihnen beteiligen, hieß es.

Siemens gaben 0,7 Prozent nach auf 72,26 Euro. Der Mischkonzern kauft RuggedCom. Das Unternehmen ist auf robuste Kommunikationstechnik für Minen- und Militär-Anwendungen spezialisiert.

RWE stiegen um 1,2 Prozent auf 29,15 Euro. Morgan Stanley hatte die Papiere auf "Overweight" von zuvor "Equalweight" heraufgestuft. Merck zogen um 2,1 Prozent auf 80,17 Euro an. Das Blockbuster-Medikament Rebif kann dem Pharma- und Chemiekonzern dank einer erweiterten Indikation noch mehr Geld einbringen.

Im MDax brachen Hochtief um 5,8 Prozent auf 48,06 Euro nach einer Gewinnwarnung ein. Stada gaben nach einer Abstufung durch die Commerzbank um 4,5 Prozent nach auf 21,75 Euro mach. GEA fielen um 3,5 Prozent 24,01 Euro. Hier hatte ein Gericht den Altaktionären der Metallgesellschaft eine höhere Abfindung zugesprochen.

Quelle: Dow Jones Newswires


 

(dapd)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Peter Kirchhoff / pixelio.de



 


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