26.01.2012  21:50 Uhr

Börse
US-Notenbank schiebt Dax auf Sechs-Monats-Hoch

Frankfurt/Main . Die US-Notenbank hat dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zu kräftigen Kursgewinnen verholfen. Die Fed versprach nicht nur die Fortführung ihrer Politik ultra-billigen Geldes bis Ende 2014. Sie sicherte auch zu, bei einer Verschlechterung der Wirtschaftslage zusätzliche monetäre Lockerungen vorzunehmen. Dieses Szenario ließ die Anlegerherzen höherschlagen. Aktien, Anleihen und auch Rohstoffe profitierten von der Entscheidung der Notenbanker.

Dabei geriet die Staatsschuldenkrise in Euroland fast in Vergessenheit. Der Dax beendete den Tag mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 6.540 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit sechs Monaten.

Deutsche Börse gehörten zu den größten Gewinnern im Dax. Nach Einschätzung aus dem Handel mehren sich die Hinweise, dass die Fusion mit der NYSE nicht zustande kommen wird. Der Vorstandsvorsitzende der NYSE Euronext, Duncan Niederauer, hat nach eigenem Bekunden mittlerweile kaum noch diesbezügliche Hoffnungen.

"Ich glaube, dass ein Scheitern von den meisten Aktionären positiv gesehen würde", sagte ein Händler. Denn eine Fusion wäre wohl nur unter erheblichen Zugeständnissen zu erreichen, was allerdings die Attraktivität des Zusammengehens beider Börsenplätze deutlich mindern würde. Die Aktie des Börsenbetreibers stieg um 3,9 Prozent auf 45,22 Euro.

Auf der Gewinnerseite standen zudem Lufthansa, die um 3,7 Prozent auf 10,74 Euro zulegten. Die Analysten von Nomura hatten die Aktie auf die Kaufliste genommen. Am Nachmittag waren ferner große Käufe in RWE zu erkennen, die Aktie schloss mit einem Plus von 5,2 Prozent bei 28,48 Euro. Siemens liefen dem Markt hinterher und schlossen kaum verändert bei 73,58 Euro. Belastend wirkte eine Analyse aus dem Hause Bernstein Research, dessen Analysten mit Blick auf die Kostentrends negativer gestimmt sind. Als einziger Wert schlossen Commerzbank knapp im Minus.

Der MDax handelte kurzfristig über der 10.000er-Marke. Damit erreicht der deutsche Nebenwerte-Index wieder seinen Stand vom August 2011. Damals war er angesichts von schwachen Wachstumszahlen aus China und der EU-Schuldenkrise mit einem heftigen Kurseinbruch unter diese psychologisch wichtige Marke gefallen. Dem MDax kommt seine geringe Gewichtung an Finanztiteln zugute, die während der Schuldenkrise die größten Verlierer stellten. Gleichzeitig besteht er überwiegend aus deutschen Maschinenbauern und konjunktursensitiven Exportwerten. Der Index schloss mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 9.974,61 Punkten.

In der zweiten Reihe des TecDax stiegen Fraport um 4,4 Prozent auf 46,00 Euro, nachdem Morgan Stanley die Aktie auf die Kaufliste genommen hatte. Auf der Verliererseite stachen dagegen Wacker Chemie mit einem Abschlag von 2,4 Prozent auf 65,68 Euro hervor. Die schwache Nachfrage von Kunden aus der Solar- und Chipindustrie und hohe Rohstoffkosten bescherten Wacker Chemie 2011 einen deutlichen Gewinnrückgang.

Quelle: Dow Jones Newswires


 

(dapd)

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Bild Nr. 1 © Peter Kirchhoff / pixelio.de



 


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