Evakuierung
Kampfmittelexperten bereiten Bombenentschärfung in Osnabrück vor
Osnabrück. Nach Angaben der Stadt Osnabrück laufen die Vorbereitungen für die Bombenentschärfung eines heute aufgefundenen Blindgängers aus dem 2. Weltkrieg. Weite Teile der Innenstadt sind evakuiert. Ein Transport der Bombe war den Kampfmittelexperten zu riskant.
Busse transportieren Anwohner immer noch aus dem Sperrgebiet heraus. Polizisten an den Straßensperren sorgen aber dafür, dass keiner mehr hineinkommt. Mehrere Hundertschaften der Polizei sind vor Ort im Einsatz.
Zünder besonders gefährlich
Am Mittwochvormittag war in einem Garten ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden worden. Die Kampfmittelexperten gehen davon aus, dass der Sprengkörper mit einem chemischen Langzeitzünder ausgerüstet ist. Da diese Zünder nach Expertenmeinung besonders gefährlich sind, konnte die Bombe nicht mehr transportiert werden und muss deshalb "auf jeden Fall vor Ort entschärft werden." Man schließt als letzte Möglichkeit auch ihre Sprengung nicht aus.
"Diese Aktion ist natürlich für alle Betroffenen eine ziemlich unangenehme Überraschung. Aber allen ist eben auch klar, dass mit solchen Blindgängern nicht zu spaßen ist und sie unverzüglich entschärft werden müssen." (Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius)
Osnabrücks OB besuchte Evakuierungszentrum
Inzwischen haben sich nach Angaben eines Stadt-Sprechers über 200 Menschen in einem Evakuierungszentrum an einer Gesamtschule eingefunden. Sie besuchte Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius, der sich selbst ein Bild von der Lage machen wollte. Er sagte: "Diese Aktion ist natürlich für alle Betroffenen eine ziemlich unangenehme Überraschung. Aber allen ist eben auch klar, dass mit solchen Blindgängern nicht zu spaßen ist und sie unverzüglich entschärft werden müssen."
Hauptbahnhof geschlossen
Inzwischen sollen auch zwei Altenheime, die im Evakuierungsgebiet liegen, geräumt sein. Seit 19:00 Uhr hält zudem kein Zug mehr im Osnabrücker Hauptbahnhof. Der letzte noch durchfahrende Zug passierte den Bahnhof um 21:23 Uhr. Alle folgenden Züge werden entweder weiträumig umgeleitet oder müssen außerhalb des Stadtgebiets warten, bis die Entschärfung abgeschlossen ist
Fundort nur schwer mit Gerät zu erreichen
Die Kampfmittelexperten können zudem erst mit der Entschärfung beginnen, wenn Beamte der Polizei überprüft haben, dass sich sicher keine Menschen mehr im Evakuierungsgebiet aufhalten. Da der Fundort nach Angaben der Stadt Osnabrück in einem schwer zugänglichen Innenhof-Garten liegt, könnten Sicherungsmaterialien der Kampfmittel-Fachleute nur mit großem Aufwand zum Fundort transportiert werden. Bei der Stadt rechnet man nicht vor 23:00 Uhr vor einem Ende der Maßnahmen. Sollte sich die Entschärfung verzögern, könnte die Sperrzone auch noch länger aufrecht erhalten werden.
(Redaktion)
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