Feuerwehreinsatz in Oldenburg-Wechloy
Genauere Erkenntnisse über Zwischenfall in EWE-Forschungslabor
Oldenburg. Wenige Tage nach dem Feuerwehreinsatz auf dem Gelände des EWE-Forschungszentrums "Next Energy" am vergangenen Freitag ist der Forschungsbetrieb im Gebäude am Montag wieder aufgenommen worden. Das vom Feuerwehreinsatz betroffene Labor nahe dem Uni-Teilcampus im Oldenburger Stadtteil Wechloy bleibt indes vorerst geschlossen. Dies teilte die Institutsleitung mit. Inzwischen liegen genauere Erkenntnisse über die Ursache vor.
Nach Angaben des Forschungsinstituts war am Freitag gegen 15:00 Uhr eine 1,5 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Zelle bei einem Testlauf in einem Klimaschrank geborsten. Darin wird ein von den Forschern festgelegtes Klimaszenario simuliert. Die darin enthaltene Elektrolytlösung gilt als besonders leicht entflammbar und schwer zu löschen. Daraufhin löste die Brandmeldeanlage aus und alarmierte automatisch die Feuerwehr.
Der Klimaschrank war demnach in der Folge durch ein weiteres Sicherheitssystem mit Stickstoff geflutet worden, um eine Brandentwicklung zu verhindern. Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Labor. Mehrere Dutzend im Forschungszentrum befindliche Mitarbeiter konnten das Gebäude sicher verlassen.
Feuerwehr befürchtete Chemieunfall
Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr wenige Minuten später eintrafen, lagen nach Angaben der Institutsleitung zunächst noch keine Erkenntnisse über die Ursache und damit auch über möglicherweise freigesetzte chemische Stoffe vor. Daher hatte die Feuerwehr ein Wechselladerfahrzeug mit einem speziellen Container mit Gefahrgutausrüstung angefordert.
In der Folge betrat ein Erkundungstrupp der Feuerwehr in Chemikalienschutzanzügen das Labor, um den Brandort zu begutachten. Parallel war vor dem Institutsgebäude ein sog. Dekontaminierungplatz eingerichtet worden, an dem etwaige Chemikalienrückstände an den Vollschutzanzügen der Feuerwehrleute abgewaschen wurden. An dem Einsatz waren rund 50 Feuerwehrleute beteiligt (business-on.de berichtete).
Offenes Feuer hatte es im Labor nach Angaben des Forschungsinstituts nicht gegeben. Die von der Feuerwehr durchgeführte Belüftung des Raumes mit Hochleistungsventilatoren habe aber ein Glutnest entfacht, wodurch eine neben dem Klimaschrank stehende Rolle Reinigungspapier in Brand geraten sei. Hierdurch soll es letztlich nach übereinstimmenden Angaben von Feuerwehr und Institutsleitung zur starken Rauchentwicklung gekommen sein.
Eine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt habe durch den dichten Qualm zu keiner Zeit bestanden. Das hatten auch Messungen der Feuerwehr vor Ort bestätigt. Nachdem die Feuerwehr weder vor noch im Gebäude erhöhte Messwerte feststellen konnte, wurde der Einsatz am Freitagabend gegen 18:00 Uhr beendet.
Innerhalb des Gebäudes Proben genommen
Innerhalb des Gebäudes nahmen Mitarbeiter des Forschungszentrums inzwischen an mehreren Stellen Proben. Gefährliche Konzentrationen von Gasen oder Chemikalien wurden dabei jedoch nicht festgestellt.
"Wir sind sehr erleichtert, dass unsere Sicherheitssysteme und Evakuierungspläne funktioniert haben, so dass es keine Verletzten gab", sagt Institutsleiter Prof. Carsten Agert im Rückblick. Die Aufarbeitung des Vorfalls soll voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Hierzu sind auch externe Gutachter eingeschaltet worden.
Das Labor, in dem der Brandalarm ausgelöst wurde, wird den Mitarbeitern des Instituts einige Zeit nicht zur Verfügung stehen. Dort habe die Ursachenforschung oberste Priorität, so das Forschungszentrum in einer am Montag an die Medien versandten Mitteilung.
(FN)
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Next Energy, EWE-Forschunsgzentrum e.V.
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