01.02.2010  03:42 Uhr

Oldenburg
700 rivalisierende Rocker wollten sich zur Motorrad-Messe treffen

Oldenburg. Auf der Motorrad-Messe war am vergangenen Wochenende auch der Motorradclub "Bandidos MC" mit einem Stand vertreten. Das werteten Mitglieder der "Red Devils MC" als Affront um ihr Oldenburger Territorium. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen und sicherte die Weser-Ems Halle Oldenburg weiträumig ab.

Bisher hatten im Raum Oldenburg die "Red Devils" das Sagen. Sie stehen den "Hells Angels" nahe. Vor einigen Jahren drängte dann der "Bandidos MC" in das Gebiet. Die Hintergründe sind simpel: es geht um Einnahmen aus der Prostitution und dem Handel mit Drogen. Da hierbei insbesondere Durchsetzungskraft und Stärke gefragt ist, beanspruchen die Rocker gewisse Gebiete für sich und dort ebenso die Hoheit über das Prostitutionsgewerbe.

Deutsche Frauen werden nach Informationen, die Business-on.de vorliegen, meist über eigene Ladengeschäfte angeworben. In der Region Oldenburg stammen die Prostituierten häufig aus afrikanischen Ländern, Osteuropa, aber genauso aus dem Umland (beispielsweise Vechta). Aus finanziellen Gründen drängen - wie auch anderswo im Land - seit einiger Zeit auch vermehrt Studentinnen in das Gewerbe. 

Rocker: Rivalität um Vormachtstellung

Die Rocker bilden nach ihrem Selbstverständnis eine Ordnungsmacht in einem florierenden Graubereich der Gesellschaft, rivalisierende Gruppen werden - auch mit Gewalt - aus den selbst beanspruchten Gebieten verdrängt. Da in der Prostitution große Gewinne gemacht werden können, ist das Gelände im Millieu hart umkämpft. Auch gewalttätige ausländische Gruppierungen wollen mitmischen. Gut, wer da auf ein gut ausgebautes und - im wahresten Sinne des Wortes - "schlagkräftiges" Netzwerk bauen kann. Beides bieten mit weitreichenden Verflechtungen sowohl "Hells Angels", wie auch "Bandidos". Die beiden international aktiven Clubs können zudem auf sog. "Supporter-Clubs" wie in diesem Fall die "Red Devils" zählen.

Bandidos und Red Devils luden zu Treffen

Am Messe-Wochenende hatten nach Polizeiangaben sowohl die "Red Devils", wie auch die "Bandidos" bundesweit in das jeweilige Oldenburger Clubheim eingeladen. Die Polizei rechnete angesichts solcher Zufälle mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Alleine schon aufgrund von Erfahrungswerten in anderen Städten: Im Duisburger Rotlichtviertel war es zuletzt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen "Bandidos" und "Hells Angels" gekommen. Eine Person starb. Herbeigeeilte Polizeibeamte mussten dabei zusehen, wie sich die äußerst gewaltbereiten Gruppen in Hundertschaftsstärke eine Massenschlägerei lieferten. Hintergrund auch hier: Revierstreitigkeiten um Bordelle in Duisburg.

Am Wochenende war die Polizei in Oldenburg deshalb vorsorglich mit mehreren Hundertschaften  im Einsatz. Darüber hinaus überprüfte man nach Angaben eines Polizeisprechers am Freitagabend mit einem Durchsuchungsbefehl die Clubheime. Den rund 70 angetroffenen Rockern wurden zugleich Aufenthaltsverbote für festgelegte Bereiche in Oldenburg ausgesprochen. Hierbei fand man  ca. 120 Waffen bzw. waffenähnliche Gegenstände und stellte diese sicher. Ein Mann, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde festgenommen.

Rocker: Sogar Gäste aus Finnland

Die Polizei registrierte in Oldenburg Rockergäste aus dem norddeutschen Bereich, dem Ruhrgebiet und sogar aus Finnland. Mit von der Partie waren auch die mit den "Red Devils" verbündeten "Hells Angels" Sie unterhalten u.a. auch in Bremen ein Clubhaus.

Bild: Die Polizei stellte zahlreiche Messer, aber auch Äxte sicher, Copyright: Polizeifotos
Bild: Die Polizei stellte zahlreiche Messer, aber auch Äxte sicher

Nach Polizeiangaben wurden von Freitag bis Sonntag insgesamt 705 Personen überprüft und darüber hinaus 685 Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Alles in allem wurden 150 Gegenstände sichergestellt. Zu besonderen Vorkommnissen kam es nicht. Im Zuge der Kontrollmaßnahmen kam es jedoch vereinzelt zu Verkehrsbehinderungen.

Aktualisiert: 1.2.2010


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Weser-Ems Halle
Bild Nr. 2, 3 © Polizeifotos



 


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3 Kommentare »

01.02.10 13:24 Uhr
Mike72
Reporter der Bildzeitung?
Jaja, überall lauter Zuhälter und Drogendealer und die Polizei kommt ihnen nicht auf die Schliche........
Wieder mal ein rießen Schwachsinn der hier geschrieben wird! Das Niveau liegt noch unter der Bildzeitung. Aber der Bürger muss sich ja vor irgend etwas fürchten.
Nach Schweinegrippe und dem Klimawandel mein Tip an die Redaktion - Hooligans bei der WM!
01.02.10 13:40 Uhr
mad max
ich lach mich tot
beanspruchen die Rocker gewisse Gebiete für sich
und dort ebenso die Hoheit über das
Prostitutionsgewerbe. Deutsche Frauen werden
nach Informationen, die Business-on.de vorliegen,
meist über eigene [gekürzt - siehe Kasten oben - die Red.] angeworben. In der Region Oldenburg stammen die Prostituierten
häufig aus afrikanischen Ländern, Osteuropa,
aber genauso aus dem Umland (beispielsweise
Vechta). Aus finanziellen Gründen drängen - wie
auch anderswo im Land - seit einiger Zeit auch
vermehrt Studentinnen in das Gewerbe. WAS FÜR
EINE [Wortwahl - die Red.] DIE MAN SICH ALS NORMALER
BÜRGER REIN ZIEHEN MUSS!!! WER SO EINEN [Wortwahl - die Red]
SCHREIBT-ODER BESSER::::GLAUBT ; HAT DOCH EINEN
VOLLEN KNALL LEIDER SIND ES VIELE GENUG
02.02.10 00:28 Uhr
Kalli
Bin ich des Zählens nicht mächtig?
Laut Beschreibung der obigen Bilder wurden ArmbrÜstE sowie ÄxtE sichergestellt. Warum sehe ich davon jeweils nur eine?
Auch ich toleriere weder Gewalt noch Waffen!
Aber ist es wirklich nötig, daß Medien dabei von offensichtlich falschen Beständen berichten? Bekommen sie diese Informationen so von dem zuständigen Polizeipressesprecher? Und warum werden sie einfach übernommen, wenn die Bilder etwas anderes belegen?
Ich würde mir gerne eine unverfälschte, nicht manipulierte Meinung bilden dürfen...
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