Oldenburg
Aufbruchstimmung im neuen FDP-Wahlkreisbüro
Oldenburg. Unweit der Jade-Hochschule in Oldenburg hat in diesen Tagen das Team der FDP-Bundestagsabgeordneten Christiane Ratjen-Damerau das neue Wahlkreisbüro bezogen. Damit bildet sich die schwarz-gelbe Koalition in Berlin nun auch in Oldenburg und dem Ammerland ab.

Gerade angekommen: Christiane Ratjen-Damerau (vorne links) mit Partei-Kollegen im künftigen Wahlkreisbüro
Bei der vergangenen Wahl hatte die SPD-Kandidatin Gesine Multhaupt den Wahlkreis 28 Oldenburg/Ammerland als Direktkandidatin verloren. Der CDU-Kandidat Thomas Kossendey, der zugleich Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium ist, zog in der Folge direkt in den Bundestag ein. Für Multhaupt reichte es aufgrund des Wahlergebnisses am Ende nicht für einen Einzug ins Parlament über die Parteiliste. Da Kossendey es zuvor immer über die Parteiliste ins Parlament geschafft hatte, war die Region in Berlin seit dem Wahltag nicht mehr durch zwei, sondern allein durch den CDU-Abgeordneten aus dem Ammerland vertreten. Das hat sich nun geändert.
Weil der Osnabrücker FDP-Abgeordnete Carl-Ludwig Thiele (Wahlkreis 40) zur Bundesbank wechselt und deshalb sein Bundestagsmandat abgegeben hat (Business-on.de berichtete), ist Christiane Ratjen-Damerau auf der Parteiliste nachgerückt. Am Montag wurde schließlich am Haarenufer/ Ecke Ratsherr Schulze-Straße in Oldenburg der Einzug in die neuen Räumlichkeiten vollzogen. Große Freude herrschte sogleich auch bei Ratjen-Damerau darüber, dass bereits am ersten Tag mehrere Passanten zufällig den Weg in die neue Repräsentanz gefunden hatten, die seit vielen Jahren zugleich das erste feste Büro der FDP in Oldenburg ist.
Neues Büro: Feilen am Erscheinungsbild
Eifrig feilte Christiane Ratjen-Damerau daher am Montag mit ihren Mitarbeitern auch am äußeren Erscheinungsbild der neuen Nordwest-Vertretung der FDP, die aufgrund des Ausscheidens des Osnabrückers Thiele auch für dessen Ex-Wahlkreis in der Hase-Stadt mit zuständig ist. So präsentierte Mitarbeiter Sebastian Fröhlich während einer ersten Arbeitsbesprechung die verschiedenen Möglichkeiten, welche Folienbeklebungen an den Fenstern künftig zum Einsatz kommen könnten. Schließlich soll auch außerhalb jeder mitbekommen, dass sich nun an dieser Stelle neuerdings ein Wahlkreisbüro befindet.
Was im Augenblick noch etwas improvisiert anmutet wie eine WG beim Einzug, soll in wenigen Wochen eine der ersten Adressen Oldenburgs werden. Und während auf der Straße vor der Tür bereits Streifenwagen die neue Runde abfahren, werkeln Damerau und Team mit Zollstock und Design-Vorlagen am künftigen Erscheinungsbild des Büros. Und über allem wachen dabei die strengen Augen Hans-Dietrich Genschers. Oder zumindest eine sympathische Kunststoff-Büste des langjährigen Außenministers.
Doch der neue Job hat auch eine Mehrbelastung für Ratjen-Damerau gebracht, die zugleich Generalsekretärin der Niedersachsen-FDP ist. Nachdem am Montag zahlreiche FDP-Mitglieder zu einer ersten Sitzung am neuen Standort eingetroffen waren, berichtete sie vor dem knapp ein Dutzend Teilnehmern, wie sie in Hannover an der Landesvorstandssitzung der Niedersachsen-FDP teilgenommen hatte und zugleich ihre ersten Tage in Berlin erlebte.
Ratjen-Damerau: Rückkehr nach Berlin
Die Spree ist der Abgeordneten dabei nicht ganz unbekannt: Ratjen-Damerau verbrachte schon einmal während ihrer Promotion Zeit in der damals noch isolierten BRD-Insel inmitten der DDR. Seitdem hat sich viel getan: inzwischen ist Berlin bundesdeutsche Hauptstadt, Magnet für zahlreiche Touristen und nach Auskunft von Einheimischen auch für Schwaben, die in der Millionenstadt auf der Suche nach Grenzerfahrungen sind.
Dennoch werden Oldenburgs neueste Abgeordnete einige der blau-gelben Bonbons, die ihr Besucher am Eröffnungstag mitbrachten, auch noch in die Ex-Hauptstadt Bonn und damit in den Wahlkreis von FDP-Parteichef Guido Westerwelle begleiten, da Ratjen-Damerau im Bundestag ständiges Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist.
Mitsamt der bereits bestehenden Entwicklungshilfeeinrichtungen wie Welthungerhilfe, Deutschem Entwicklungdienst und beispielsweise der weltweit tätigen Katastrophenhelfer von "Aktion Deutschland hilft" entsteht am Rhein derzeit rund um den UN-Tower und das im Bau befindliche World Congress Center Bonn (WCCB) ein entwicklungspolitischer Standort von Weltrang. Auch das Entwicklungshilfeministerium, welches inzwischen das ehemalige Bonner Kanzleramt bezogen hat, ist daher vor Ort belassen worden. Mit der zuletzt stattfindenden Cancun-Vorbereitungskonferenz auf dem Bonner Petersberg machte zudem auch die Kanzlerin den Willen deutlich, dass an dem Konzept eines deutschen Camp David nach US-Vorbild abseits des hektischen Berliner Politikbetriebs festgehalten werden soll.
Kompetente Verstärkung für Minister Dirk Niebel
Mit einem Doktor in Agrarentwicklung kann Ratjen-Damerau auf hohem Niveau mitreden, was Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) durchaus entgegenkommen dürfte. Er bemüht sich aktuell um eine Neuaufstellung der Deutschen Entwicklungshilfe, da diese noch zu viele Doppelstrukturen aufweist. Dabei ist sicher auch der Rat der Oldenburgerin gefragt. Doch damit nicht genug: als stv. Mitglied ist Ratjen-Damerau auch in den Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages berufen worden. Ein glücklicher Umstand, der sich hervorragend mit dem anderen Ausschuss-Mandat in Einklang bringen lässt, wie sie auch selbst findet. Sobald das neue Büro im Nordwesten vollständig eingerichtet und die Routine eingekehrt ist, werden sich jeweils jzwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin und in Oldenburg um die erfolgreiche Wahlkreisarbeit kümmern. Doch jetzt herrscht erst einmal Aufbruchstimmung.
(Onur Yamac)
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Fröhlich
Bild Nr. 2, 3 © Yamac
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