Schweinegrippe
Paul-Ehrlich-Institut kritisiert Bundesländer
Berlin. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Gesundheitsministerien der Bundesländer kritisiert, weil sie die Zahl der Schweinegrippe-Impfungen nicht bekanntgeben.
"Wir haben alle Bundesländer gebeten, uns Impfzahlen zu übermitteln, aber nur fünf haben uns zugesagt, das auch zu tun und nur drei Bundesländer haben bisher überhaupt Zahlen geliefert", sagte eine Sprecherin des PEI dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel". Das sei ein großes Problem für die Behörde.
"Dazu haben wir kaum valide Daten und das macht eine Bewertung sehr schwer. [...] Es ist sehr wichtig, dass uns mehr Bundesländer diese Daten zur Verfügung stellen." (Sprecherin des PEI zu Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung)
PEI sammelt "unerwünschte Ereignisse"
Das PEI ist dafür zuständig, die Nebenwirkungen des Schweinegrippe-Impfstoffes Pandemrix zu überwachen. Der Impfstoff wurde vor seiner Zulassung zwar an einigen Tausend Menschen getestet. Seltene Nebenwirkungen, die zum Beispiel nur einen von hunderttausend Geimpften betreffen, lassen sich dabei aber nicht ermitteln.
Um solche seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen auszuschließen, sammeln Mitarbeiter des PEI alle Meldungen von "unerwünschten Ereignissen". Schwere Erkrankungen und Todesfälle können aber auch rein zufällig kurz nach der Impfung auftreten. Darum muss die Zahl der beobachteten Fälle mit der ohnehin zu erwartenden Zahl solcher Ereignisse verglichen werden. Diese Zahl hängt davon ab, wie viele Menschen sich haben impfen lassen. "Dazu haben wir kaum valide Daten und das macht eine Bewertung sehr schwer", sagte die Sprecherin des PEI. "Es ist sehr wichtig, dass uns mehr Bundesländer diese Daten zur Verfügung stellen."
Bisher 197 Personen gestorben
Bis zum vergangenen Donnerstag hätten insgesamt 197 Personen Nebenwirkungen gemeldet, berichtete die Sprecherin. Weil jede Nebenwirkung wie Fieber oder Gelenkschmerzen einzeln aufgeführt werde, umfasse die Liste insgesamt 652 "unerwünschte Ereignisse".
(Redaktion)
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