Medienbranche
Politik online: zwischen Partizipation und Public Relations
Düsseldorf. Politische Kommunikationsprozesse stehen vor einem epochalen Wandel: News sind praktisch pausenlos und überall verfügbar, verlieren zugleich aber angesichts der Komplexität politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge für viele Empfänger an Wert. Zugleich etabliert sich das Internet mit seinen Communitys als Online-Forum für neue Formen von Öffentlichkeit und politischer Partizipation. Im deutschen Superwahljahr 2009 bietet das Web 2.0 Plattformen für Massen- und interpersonale Kommunikation, für politische Public Relations und partizipatorische Graswurzelbewegungen.
Das 21. Medienforum NRW (22.-24. Juni 2009) greift diese aktuellen Prozesse auf und bietet gleich mehrere spannende Expertenrunden, die sich damit beschäftigen, wie die digitalen Medien Politik und politische Kommunikation verändern. Am Mittwoch, 24. Juni, begrüßt der nordrhein-westfälische Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Andreas Krautscheid, die Wahlkampfmanager der großen Parteien in Köln.
Parteien wollen von Obama lernen
Unter der Leitung von RTL-Moderator Peter Kloeppel werden beim Internationalen Konvergenzkongress vier Politstrategen auf dem Podium ausloten, welche Folgen Obamas Online-Wahlkampf für Kampagnen in Deutschland haben werden. Die Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel (SPD), Hans-Jürgen Beerfeltz (FDP) und Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Dr. Stefan Hennewig, Leiter des Bereichs Marketing und interne Kommunikation der CDU, stellen sich der Frage, wie ihre Parteien "von Obama das Siegen lernen" wollen. Kurze Interviews mit Julius van de Laar und Tobias Moorstedt versprechen interessante Einblicke in den vergangenen US-Wahlkampf.
Regierungskommunikation im internationalen Vergleich
Außerdem wird Stefan Gehrke, Geschäftsführer des Online-Portals politik-digital.de, die neue Studie "Regierungskommunikation im internationalen Vergleich" vorstellen. "Als ein Ergebnis hat sich gezeigt, dass auch die Regierungskommunikation von Glaubwürdigkeit und Vertrauen lebt. Aus der Vielzahl der möglichen Online-Angebote müssen die gewählt werden, die zur Kommunikationsstrategie der jeweiligen Institution passen. Ganz wichtig ist, dass sich die Behörden darüber im Klaren sind, ob und in welchem Maße sie Feedback und Mitsprache der Bürger wünschen", verrät Gehrke erste Ergebnisse der Untersuchung. Politik-digital.de ist die führende Informations- und Kommunikationsplattform im Bereich "Internet und Politik" und Kooperationspartner des Medienforums NRW.
Potenziale des Web 2.0 sollen ausgelotet werden
Spätestens seit Obamas Wahlkampf wird in Deutschland auch verstärkt die Frage gestellt, ob neue Kommunikationsformen auch eine neue, kritische Öffentlichkeit hervorbringen können. Über die Bedeutung von Weblogs, Podcasts und Communitys für die Bürgerbeteiligung und eine mögliche politische Revitalisierung jüngerer Wähler werden am 24. Juni deshalb unter anderem taz-Chefredakteurin Bascha Mika, studiVZ-Chef Markus Berger-de León und Center.TV-Geschäftsführer Jens Kemper diskutieren. Darüber hinaus präsentiert Dr. Jan Schmidt die Resultate einer Studie des Hans-Bredow-Institutes und der Universität Salzburg über die Web-2.0-Potenziale zur Politisierung von Jugendlichen.
Expertendiskussion: Verhältnis zwischen Presse und Politik
Das Thema der politischen Kommunikationskultur steht auch im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Internationalen Printkongresses beim 21. Medienforum NRW In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und dem Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) wird am 23. Juni eine Experten-Diskussion über das Verhältnis von Presse und Politik angeboten. Der Journalist und Autor Dr. Hajo Schumacher befragt den Innenpolitik-Ressortchef der Süddeutschen Zeitung, Dr. Heribert Prantl, Regierungssprecher Thomas Steg, Mercedes Bunz, Chefredakteurin Tagesspiegel online und den Kommunikations- und Medienberater Michael Spreng, ob der öffentlichen Kommunikation das Publikum verloren geht.
Weitere Informationen unter: www.medienforum.nrw.de
(Redaktion)
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