Insel Langeoog
Polizei stellte Urheber von Großbrand in Bayern
Aurich/Langeoog. Am Abend des 13. Mai 2009 meldeten der Feuerwehr auf der Insel Langeoog verschiedene Anwohner und Passanten einen Brand im ehemaligen Langeooger Internat-Gymnasiums. Nun sind die Täter ermittelt.
Aus dem Dach schlugen damals hohe Flammen empor, dicke Rauchsäulen nebelten weite Bereiche der Insel ein. Das Feuer im Ostflügel drohte auf benachbarte Gebäude überzugreifen, in denen nach Angaben der Polizei zu der Zeit zahlreiche Urlaubsgäste wohnten. Dass die Feuerwehr das verhindern konnte, sei wohl auch dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass zu dieser Zeit starker Ostwind geherrscht habe, der die Flammen von den Nachbargebäuden fern hielt, so die Polizei.
2,5 Mio Euro Schaden
Der Feuerwehr gelang es auch mit herbeigerufener Unterstützung vom
Festland nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der starke Wind
trieb die Flammen durch den hölzernen Dachstuhl des sich über eine
Gesamtlänge von nahezu 140 Metern erstreckenden Gebäudes. Nach Mitternacht war von dem Gebäude nur noch eine steinerne Brandruine übrig geblieben. Der Schaden wurde mit etwa 2,5 Millionen Euro beziffert.
Brandermittler der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund und des Polizeikommissariates Wittmund nahmen die Ermittlungen am Brandort auf. Die Brandermittlung ergab dabei schon nach kurzer Zeit, dass es sich zweifelsfrei um eine Brandstiftung handeln musste. Zeugen berichteten, dass sie noch kurz vor Ausbruch des Brandes Geräusche aus dem Gebäude wahrgenommen hätten.
Umfangreiche Vernehmungen
In den folgenden Wochen wurden auf der Insel von bis zu sechs Ermittlern umfangreiche Vernehmungen und Befragungen durchgeführt. Insbesondere gerieten zunächst Jugendliche ins Visier, da bekannt wurde, dass sie das leer stehende Gebäude häufig als Freizeitdomizil genutzt hatten. Diese Spur führte jedoch zunächst zu keinem verwertbaren Ergebnis. Durch die Gebäudeversicherung wurde später eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Verwertbare Hinweise blieben jedoch aus.
Die ermittelnden Beamten fuhren im Folgenden in regelmäßigen Abständen immer wieder auf die Insel, um dort weitere Ermittlungen durchzuführen. In der Zwischenzeit kam es dort zu weiteren Bränden von Strandkörben. Diese konnten dann auch rasch aufgeklärt werden. Jedoch stellte sich heraus, dass der Verursacher dieser Brände nichts mit dem Brand des Internat-Gymnasiums zu tun haben konnte. Der Täter hatte ein Alibi für die Tatzeit des Gebäudebrandes.
Ermittler verfolgten hartnäckig Gerücht
Ende August erhielten die Ermittler dann einen entscheidenden Hinweis. Eine Zeugin erklärte gehört zu haben, dass zwei Saisonkräfte, die in einem Hotel auf der Insel beschäftigt gewesen waren, etwas mit der Tat zu tun haben könnten. Seit Beginn der Ermittlungen war den Beamten immer wieder das Gerücht mitgeteilt worden, dass angeblich zwei Männer gesehen worden sein sollten, die nach Brandausbruch von dem betroffenen Gelände gelaufen seien. Diese Spur ließ sich jedoch während der gesamten Ermittlungen zunächst nicht erhärten. Das Ganze blieb ein Gerücht, dessen Quelle bis zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollzogen werden konnte.
Täter verließen Insel gen Bayern
Aufgrund des Hinweises wurden dann weitere Ermittlungen durchgeführt, die letztlich dazu führten, dass Zeugen namhaft gemacht und über sie Erkenntnisse gewonnen werden konnten, die letztlich zu zwei Tatverdächtigen führten. Diese beiden 22 Jahre alten Männer hatten nach Angaben der Polizei zu diesem Zeitpunkt jedoch die Insel bereits verlassen. Sie hatten ihren Arbeitsplatz mittlerweile dort aufgegeben und waren zunächst unbekannt verzogen. Die Polizei ermittelte die beiden jungen Männer in Bayern, jeweils in Coburg und in Krün an der deutsch-österreichischen Grenze. Ein Beamter der Polizei suchte die Männer daraufhin auf und vernahm beide vor Ort im Freistaat. Beide Männer gestanden daraufhin die Tat.
Einziger Zeuge verließ auch die Insel
Demnach hatten sich beide am Abend des Brandes gemeinsam in das Objekt begeben und dort das Dachgeschoss im Ostflügel aufgesucht. Dort entzündete einer von beiden einen Stuhl, von dem aus das Feuer derart schnell um sich griff, dass angebliche eigene Löschversuche nicht mehr erfolgreich waren. Das Feuer breitete sich nach Darstellung der Männer über den trockenen Dachboden dermaßen schnell aus, dass beide nach eigenen Schilderungen Mühe hatten, den Dachboden noch unbeschadet zu verlassen. Bei ihrer Flucht vom Gelände des Internat-Gymnasiums wurden sie dann von einer ihnen bekannten Person gesehen, die zwar gegenüber Dritten ihre Beobachtung mitgeteilt und damit nach Polizeiangaben das Gerücht von den beiden flüchtenden Männern initiiert haben dürfte, sich jedoch nicht der Polizei offenbarte, sondern stattdessen ebenfalls einige Zeit später die Insel verließ.
(Redaktion)
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