Schweinegrippe
Kommunikations-Chaos
Düsseldorf. Als die Schweinegrippe im Frühjahr von Mexiko nach Europa kam, haben Bund und Länder umsichtig gehandelt: Impfstoff geordert, Grippemittel-Vorräte aufgestockt und die Pandemiepläne, umgesetzt, die seit der Vogelgrippe in den Schubladen liegen.
Doch die Information der Öffentlichkeit ist gründlich schief gelaufen. Während die Regierung gerne in aufwändigen Broschüren ihre Gesetze bewirbt, sind die Bürger beim Thema Schweinegrippe überwiegend auf überlastete Hotlines und Merkblätter aus dem Internet angewiesen.
Mit einer Stimme sprechen
Im Wahlkampf-Sommer hat man die kritische Debatte um den Impfstoff einfach laufen lassen, ohne auf Notwendigkeit und Vorteile der Impfung im Fall einer Epidemie hinzuweisen. Dieses Informations-Chaos wurde von der Nachricht gekrönt, dass Regierung und Bundeswehr für sich einen eigenen Impfstoff bestellt haben. Bei den Bürgern bleibt der Eindruck, für sie stehe Impfstoff zweiter Klasse zur Verfügung.
Nun müssen Ärzte und Gesundheitsämter dringend mit einer Stimme sprechen und den Impfwilligen Rat und Service bieten. Der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat die Lage nicht zu verantworten, angesichts der dramatisch steigenden Fallzahlen steht er aber vor einer harten Bewährungsprobe.
Kommentatorin Eva Quadbeck ist Redakteurin bei der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"
(Redaktion)
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