Start-Stipendienprogramm
„Wir kriegen viel Dank als Förderer“
Bremen. Zuletzt im Oktober 2011 wurden im Bremer Rathaus 11 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in das Stipendiatenprogramm der Start-Stiftung aufgenommen. Die Stipendien werden maßgeblich von privater Seite getragen. business-on.de sprach mit Sylvia Wiedemeier vom Bremer Familienunternehmen Cordes & Graefe.
Von Onur Yamac
Der Fachgroßhandel für Haustechnik, Sanitäranlagen und Klimaanlagen übernimmt im Rahmen des Start-Programms bereits seit mehreren Jahren Patenschaften für begabte Bremer Schüler. Als Voraussetzungen für ein Start-Stipendium müssen nach Wedemeyers Worten Schülerinnen und Schüler folgende Grundvoraussetzungen mitbringen:
• einen Migrationshintergrund
• einen finanziellen Background, der eine Förderung notwendig macht sowie
• schulische Leistungen mit einem Notendurchschnitt von 2,5 oder besser
Nach Wedemeyers Worten, bewerben sich mit einem Notendurchschnitt knapp unter 2,5 aber viele Schülerinnen und Schüler gar nicht erst, obwohl das natürlich gar kein Problem wäre Viele sorgten sich auch grundlos darum, ob ihre Noten mit einem Schnitt von beispielsweise 1,3 überhaupt ausreichend seien. Da muss selbst die Jurorin mit Blick auf ihre eigene Schulzeit schmunzeln.
Willi Lemke und ein Lokalderby mit Hamburg
Begonnen hat das Engagement des Familienunternehmens Cordes & Graefe im Jahr 2005. Damals wurde Gunilla Hollweg von der Eigentürmerfamilie des Unternehmens vom damaligen Bildungssenator angesprochen. Bekanntlich war das zu diesem Zeitpunkt der weit über die Grenzen Bremens hinaus bekannte Willi Lemke (SPD). Und der hatte auf der Suche nach Sponsoren für die "Start-Mannschaft" auch gleich Gunilla Hollwegs Migrationshintergrund aufgespürt. Sie ist gebürtige Schwedin.
Damals sei es allerdings auch um das Stipendiaten-Lokalderby zwischen den Stadtstaaten Bremen und Hamburg gegangen, so Wedemeyer. Das viel kleinere Bremen habe Hamburg damals mit 16 zu 15 Stipendien einkassiert, strahlt sie.
„Wir kriegen so viel Dank als Förderer, aber es ist mir wichtig auch ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein“, so Wedemeyer. Man lerne viele Schülerinnen und Schüler intensiv kennen. Nicht alleine die Vorteile der Förderung mit einer PC-Grundausstattung und das Stipendium, sondern auch ganz andere Aspekte hat sie erkannt: manche Schüler seien mit Start das erste Mal in einem Restaurant gewesen. So banal es sich anhöre, sei es aber wichtig, diese Erfahrungen zu machen, sagt sie.
Doch ehe es zu einem Stipendium kommt, müssen die Schüler erst einmal das Auswahlverfahren durchlaufen. Die Schüler befinden sich dann häufig in einer Ausnahmesituation. Wedemeyer vergleicht das mit der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Neben den Landeskoordinatoren von Start sitzen bei jedem Auswahlgespräch auch Förderer und Angehörige von "Start Deutschland" mit am Tisch. Die Jury bestehe dann gut und gerne auch mal aus 6 Personen. Wedemeyer wurde vor wenigen Jahren zu einem Auswahlgespräch eingeladen und ist seitdem regelmäßig mit von der Partie, wenn Schüler um ein Stipendium buhlen.
"Das wollen wir weiter machen." (Sylvia Wedemeyer, Cordes & Graefe)
Das Fazit von Sylvia Wedemeyer fällt so auch durchweg positiv aus. Die Mitarbeit erfüllt sie. “Das ist toll,“ sagt sie. Bei Cordes & Graefe heiße es daher auch weiterhin "Das wollen wir weiter machen“. Neben dem Familienunternehmen engagieren sich in Bremen auch die Familien Engelken und Schultz sowie die Bremer Goldschlägerei (Bego) finanziell an dem bekannten Stipendienprogramm.
(Red. / oy)
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